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Mehrwertsteuer: Teilrevision MWSTG per 1. Januar 2018 (01.06.2017)
Rund 40 neue und geänderte Gesetzesartikel bringen zahlreiche Änderungen mit sich. Vor allem Firmen im Bereich des Versandhandels im angrenzenden Ausland (Deutschland, Frankreich) müssen aufpassen!
 
Das revidierte MWSTG tritt per 1. Januar 2018 in Kraft.
 
Für das Gemeinwesen fällt die bisherige Grenze von CHF 25'000 für die MWST-Pflicht weg. Zudem werden die Steuerausnahmen für Leistungen zwischen Gemeinwesen ausgeweitet. Für Firmen im Kunsthandel wird ein alter Bekannter, nämlich die Margenbesteuerung, wiedereingeführt.
 
Bis Ende 2017 unterliegen Bücher, Zeitungen und Zeitschriften dem Normalsatz von 8.0 %, sofern sie in elektronischer Form gekauft werden. Ab 1. Januar 2018 spielt es keine Rolle mehr, in welcher Form Bücher, Zeitungen und Zeitschriften gekauft werden. Neu gilt der reduzierte Steuersatz von aktuell 2.5 %.
 
Die neuen Bestimmungen bringen auch eine Gleichstellung ausländischer Leistungserbringer gegenüber inländischen Firmen mit sich. Für die Bestimmung der Mehrwertsteuerpflicht wird neu auf den gesamten weltweiten Umsatz abgestellt. Firmen im grenzüberschreitenden Bereich mussten sich bisher nicht in der Schweiz der Mehrwertsteuer unterstellen, wenn sie hier Leistungen von weniger als CHF 100'000 im Jahr erbracht haben. Es dürfte verschiedene Firmen in Deutschland oder Österreich geben, die für ein paar tausend Franken Leistungen in der Schweiz erbringen. Diese Firmen müssen sich überlegen, ob sie diese weiterhin anbieten wollen und sich ggf. bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung anmelden. Eine Aufforderung seitens der Steuerbehörde erfolgt übrigens nicht, da es sich bei der Mehrwertsteuer um eine Selbstveranlagungssteuer handelt. Die Firmen müssen das Problem also selber erkennen und sich unaufgefordert bei der Steuerverwaltung melden.
 
Der Ort der Lieferung bei Kleinsendungen ändert sich ebenfalls, jedoch erst ab 1. Januar 2019. Dies betrifft vor allem Versandhandelsfirmen. Bisher wurden keine Zoll- und Mehrwertsteuerbeträge erhoben, sofern der Warenwert nicht mehr als CHF 62 (z. B. für CDs und Filme) bzw. CHF 200 (z. B. für Bücher, Zeitschriften) betrug. Damit hatten diese Versandhändler (und deren Kunden) gegenüber inländischen Anbietern einen Steuervorteil. Diese Ungleichbehandlung entfällt ab 1. Januar 2019, d. h. diese Firmen müssen ihre Leistungen mit der inländischen Mehrwertsteuer von 8.0 % bzw. 2.5 % abrechnen.
 
Interessant für KMUs ist der neu eingeführte Artikel 28a MWSTG sein: Danach haben Steuerplichtige die Möglichkeit, einen fiktiven Vorsteuerabzug geltend zu machen, wenn Sie einen beweglichen, individualisierbaren Gegenstand beziehen und beim Kauf keine Mehrwertsteuer offen überwälzt wird.
 
Falls Sie Fragen zu den zahlreichen Änderungen haben, stehen wir Ihnen als Treuhänder gerne zur Verfügung.

 
Quelle: Eidgenössische Steuerverwaltung, Bern
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